Wesen des Hundes Teil 1
 
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Inge Hansen: Auszüge aus ihrem Buch "Vererbung beim Hund"  S. 76/77
Müller Rüschlikon Verlag ISBN 3-275-01396-3


Vereerbung von Wesenseigenschaften und Verhaltensmerkmalen

Der Begriff Wesen bei Hunden ist wenig präzis und wird meist mit sehr unterschiedlichen Bedeutungen gebraucht. Der liebevolle Hundebesitzer versteht unter Wesen seines Hundes alles, was er an seinem Liebling schätzt: die Treue, die Anhänglichkeit, die Wachsamkeit, die Intelligenz, den Gehorsam usw. 

In der Kynologie wird der Begriff Wesen vor allem in der Hundezucht und -ausbildung sowie bei Körungen (Zuchtzulassungsprüfungen)gebraucht und drückt sich in Bewertungen wie "Wesensmängel" oder
"Wesensfestigkeit"  deutlich aus.

Was versteht man nun inter dem Wesen eines Hundes? Der erste Kynologe, der den Begriff Wesen definiert hat, war J. Bodingbauer. Er entwickelte Verhaltenstests für Hunde in den Zwanziger- und Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts. Bodingbauer beschreibt das Wesen eines Hundes wie folgt:
"Wesen ist die Art, wie ein Lebewesen auf Erscheinungen der Umwelt reagiert und zu anderen Wesen der Umwelt in Beziehung tritt."

Prof. E. Seiferle, der Wesenstests für Hunde weiterentwickelt hat, definiert den Begriff so: 
"Unter dem Wesen eines Hundes verstehen wir die Gesamtheit aller angeborenen und erworbenen körperlichen und seelischen Anlagen, die sein Verhalten zur Umwelt bestimmen, gestalten und regeln."

Frau Dr. D. Feddersen - Petersen vom Institut für Haustierkunde an der Kieler Universität, die sich ausführlich mit dem Wolfs- und Haushundeverhalten beschäftigt und ihre Forschungergebnisse in mehreren sehr interessanten Büchern veröffentlicht hat, kommt zu folgender Definition:
"Der Begriff 'Wesen' umfasst das Verhalten des Hundes seinem Menschen gegenüber, seine Bindung an diesen , weiter das Verhalten gegen fremde Menschen und zu seinen Artgenossen."

Prof. Dr. W. Schleger von der Universität Wien definiert das Wesen des Hundes als "die Summe aller angeborenen und erworbenen Verhaltensmuster" und teilt diese in zwei Gruppen ein:
"1. Das genetisch fixierte, artspezifische Verhalten (Grundsätze hundlichen Verhaltens) und 2. Verhaltensmerkmale, die innerhalb der Art eine genetisch bedingte Varianz (Spezialveranlagung) zeigen."

Aufgrund der vorstehenden Zitate besteht Übereinstimmung darüber, dass das Wesen des Hundes neben umweltbedingten Faktoren genetisch bedingt ist. Deshalb:
Dem Verhalten des Hundes ist bei der Züchtung und der Zuchtauswahl die gleiche Bedeutung beizumessen wie der Haarfarbe der Kopfform, dem Gangwerk oder anderen wichtigen Kriterien.

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